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Neujahrsempfang in Donaustauf

10. Jan. 2012

Donaustaufs Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD) hatte mit dem Festredner zum Neujahrsempfang des Marktes einen Coup gelandet. Kein Geringerer als der Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, Hans Schaidinger (CSU), war nach Donaustauf gekommen, um über die Gemeinsamkeiten von Stadt und Landkreiskommune zu sprechen.

Und von diesen Gemeinsamkeiten scheint es eine ganze Menge zu geben, da waren sich Sommer und Schaidinger einig. Sommer betonte, dass es für die Bürgerinnen und Bürger in den Landkreiskommunen völlig selbstverständlich sei, nicht nur den eigenen Wohnort zu sehen, sondern die ganze Region zu betrachten "Für die Bürger hat die Grenze zwischen Kommunen, zwischen Stadt und dem Landkreis, eigentlich keine Bedeutung. Die Bürger fahren mit dem Stadtbus in die Stadt und wieder zurück nach Hause, die Donaustaufer fahren nach Regensburg zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Theater und Hallenbad – und umgekehrt kommen die Regensburger hierher zum Flohmarkt, zum Spaziergang auf der Burg und zur Walhalla und zum Golfspielen", so Sommer. Daran sollte sich die Politik ein Beispiel nehmen und ebenfalls in größeren Kategorien denken.

Viele Gemeinsamkeiten verbinden Donaustauf und Regensburg

Dem konnte das Regensburger Stadtoberhaupt in seiner Festrede nur zustimmen. Viele Gemeinsamkeiten würden Donaustauf undRegensburg verbinden. Zum Beispiel profitierten beide Kommunen von "Bayerns größtem Denkmalpfleger", von Ludwig I.. In Regensburg habe er den "barock zugestellten" Dom re-gothisiert und die Denkmallandschaft sehr geprägt, in Donaustauf habe er den Standort der Walhalla gewählt – und von Anfang an sei die Blickbeziehung zwischen eben Dom und Walhalla das Ziel gewesen. Undauch sonst sei die Geschichte der Stadt Regensburg immer wieder mit Donaustauf verwoben: Die Bischöfe von Regensburg hattenzum Beispiel die Burg in Donaustauf bauen lassen und sie als Sommer- und Fluchtresidenz genutzt, und auch das fürstliche HausThurn & Taxis hat eine lange Tradition in beiden Orten. Hierzu wird es in diesem Jahr unter dem Motto "200 Jahre Thurn-und-Taxis-Sommerresidenz in Donaustauf" eine Ausstellung geben.

Kommunale Grenzen verlieren an Bedeutung
Schaidinger nahm in seiner Rede auch Bezug auf die Ausführungen des Donaustaufer Bürgermeisters. Heutzutage seien Bürgerinnen und Bürger nicht mehr durch kommunale Grenzen eingeengt. Letztlich sei es der Bevölkerung egal, wer ihnen das, was sie sich wünschen, bereitstellt. Schaidinger legte dies anhand einiger Beispiele dar. Menschen wünschten sich Identität oder auch Heimat genannt, so Schaidinger. "Das ist ein Anker, wo man sich zuhause fühlt!" Und hier denke der Mensch in Regionen und nicht in kommunalen Grenzen. Deshalb müsse die Politik in der Region entsprechend zusammenarbeiten. Auch das kulturelle Angebot werde über die Gemeinde- und Stadtgrenzen hinweg genutzt. Ebenso sei es mit den Schulen. Hier habe er schon immer ein "Mitreden der Kommunen bei der Schulorganisation" gefordert. "Kommunen sind nicht nur dafür da, Klassenzimmer und Schultafeln zur Verfügung zu stellen", so Schaidinger. Auf dem weiten Feld der Wirtschaft werde heute von Kommunen auch Innovations- und Technologiepolitik erwartet, Dinge, die man früher von der Bundesregierung erwartet hätte. Regensburg habe zum Beispiel im Jahr 2001 das Cluster Sensorik gegründet, das heute als renommiertester Sensorik-Standort in ganz Deutschland gelte. Auch die Probleme der immer älter werdenden Gesellschaft könne keine Kommune alleine für sich lösen und auch in der Familienpolitik gebe es noch einiges zu tun.

Plädoyer für die Entbürokratisierung
Zum Ende seiner Festrede hielt Schaidinger noch ein Plädoyer für die Entbürokratisierung. Vielfach entstehe Protest seiner Meinung nach durch ein viel zu kompliziertes öffentliches Leben. Der Bürger könne bei vielen Entscheidungen gar nicht mehr durchblicken, was dann zu Ängsten führe. Deshalb sei dringend Entbürokratisierung nötig. "Ich bezweifle aber, dass es in diesem Land möglich ist, etwas zu entbürokratisieren", so Schaidinger. Er selbst sei seit 50 Jahren interessiert an politischen Themen. "Ich habe da noch nie wirklich Entbürokratisierung erlebt!" Er selbst habe erst kürzlich einen Paragraphen auch nach zweimaligem Lesen nicht verstanden. "Wie schwer muss es dann wohl erst ein normaler Bürger haben, der mit solchen Vorgängen das ganze Jahr nichts zu tun hat?" Diese Frage stellte Schaidinger in den Raum.

Rückblickend auf die langen Verbindungen zwischen Donaustauf und Regensburg, die bereits im Jahr 914 mit der Schenkung des Sulzbacher Forstbezirkes durch Konrad I. an das Kloster Emmeram begonnen hatten, wünschte sich Regensburgs OB, dass eine Zusammenarbeit auch heute gelingen sollte.

Dank und Anerkennung für engagierte Gemeindebürger

Im Anschluss an die Festrede sprach Donaustaufs Bürgermeister Sommer einigen ehrenamtlich engagierten Bürgern den Dank des Marktes für ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr aus. Der Dank ging an die "Igelmama" Ulrike Bauer und an Oskar Hartmann, der seitJahren das Schwesterngrab auf dem Kirchfriedhof pflegt. Der "Turnvater Jahn von Donaustauf", Horst Vogel und Ottmar Hintermeierbekamen den Dank des Marktes für ihr Engagement für die Donaustaufer Turner. Die First-Responder-Truppe der FeuerwehrDonaustauf erhielt für ihren Einsatz um Leib und Leben der Mitmenschen ebenfalls den Dank ausgesprochen.

Weitere Bilder gibst beim Regensburger Wochenblatt.

 

Text & Bilder: Ursula HIldebrand




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